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Bericht vom 03.04.2017

Dank der langen Busfahrt hatten wir alle eine sehr angenehme Nacht. Frisch und munter starteten wir am Montag mit einem typisch ukrainischen Frühstück: Wurst ohne Ende. Aber das macht den müden Pfadfinder munter und so konnten wir mit den ersten Aufgaben vor Ort beginnen. Das Nezabudka-Gebäude konnte seit dem letzten Besuch dank Spenden aus Deutschland erweitert werden. Das ist dringend nötig, da immer mehr Kinder am Programm teilnehmen. Der Erweiterungsbau dient in erster Linie dazu, eine Treppe in ein geplantes erstes Stockwerk bauen zu können. Aktuell fehlen die nötigen finanziellen Mittel um das erste Stockwerk auszubauen, aber wir sind zuversichtlich es irgendwann durch Spenden realisieren zu können.

Den ganzen Vormittag über bereiteten wir die Sachspenden vor: Für das örtliche Altersheim stellen wir Pakete mit Schokolade, Handtücher und Shampoo zusammen – Dinge die dort dringend benötigt werden. Auch die fünf Koffer voller Schuhe mussten sortiert werden. Es dauert nicht lange und der Aufenthaltsraum der Kinder glich einem Schuhbazar. Doch genau das war unser Plan. Als zum Mittagessen die ersten Kinder eintrafen stieg der Lautstärkepegel rapide an, denn immer wieder waren Freudenschreie über die Geschenke zu hören. Während des ganzen Tages war vor allem eines besonders eindrücklich. Wir hatten zwar einige Workshops wie Malen, Slackline laufen und Wikinger-Schach vorbereitet, doch all das brauchten die Kinder nicht. Das einzige was sie von uns wollten war unsere Aufmerksamkeit. Nur sehr wenige von uns sprechen oder verstehen Ukrainisch. Aber das war auch nicht nötig. Zwar plapperten viele der Kinder wild immer wieder auf uns ein und wir in unserer deutschen Sorgfalt konnten nur die Stirn runzeln – doch schlussendlich lernten wir, dass man nicht dieselbe Sprache sprechen muss um einem Menschen in Liebe zu begegnen. An diesem ersten Tag wurden alte Freundschaften wieder aufgelebt und neue begründet. Besonders deutlich wurde das durch die Geste eines der Jungen. Plötzlich stand er mit einem kleinen Hundewelpen im Garten und wollte ihn als Dank einer der Pfadfinderleiterinnen schenken. Auch wenn aus unserer Sicht das als unbedachte Geste erschienen mag, zeigt es doch die bedingungslose Wertschätzung der Kinder uns gegenüber. Wir wollten in diesem Blog von Helden berichten, von Helden erzählen und wie sie auf unser Leben wirken. Heute erlebten wir durch einen Hundewelpen was Heldentum bedeutet. Denn manchmal bedeutet ein Held zu sein, einfach nur bedingungslose Liebe zu zeigen.

Hier noch ein paar weitere Fotos von heute:





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Geschrieben am 03 Apr 2017 von Administrator

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