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Ukraine RIDE 04.04.2017

Das Kinderheim von Ivanychi

Jeden Tag eine gute Tat – Das verbinden die meisten Menschen mit Pfadfindern! Doch wir als Royal Rangers haben einen anderen Leitspruch: Allzeit bereit für Jesus! Unter diesem Motto stand unser dritter Tag in der Ukraine. Am Vormittag haben wir das städtische Kinderheim besucht, welches im Zentrum von Ivanychi liegt. Obwohl die Kinder dort nach drei Monaten wieder Schule hatten, stürmten sie in der Pause alle zu uns raus. Vor allem merkten wir recht schnell: Die Kinder freuten sich über kleine Aufmerksamkeiten, wie zusammen rennen oder Fußball spielen. Obwohl die Verständigung schwierig war, schafften wir es letztendlich Teams für ein Fußballspiel zusammen zu stellen oder mithilfe von Mitarbeitern von Nezabudka Gespräche zu führen. Gestern lernten wir ja, dass es keiner gleichen Sprache benötigt, um miteinander liebevoll umzugehen. Das Kinderheim in Ivanychi beherbergt neun Monate im Jahr Kinder aus der gesamten Region, die unter prekären Verhältnissen aufwachsen. Es gleicht eher einer Art Internat, die Kinder haben zwar teilweise noch Familien, doch jedes von Ihnen hat bereits ein Schicksal hinter sich. Und genau so ein Schicksal führt uns zu unserem Held des Tages. Als sich unser Besuch langsam dem Ende neigte lernten wir Petje kennen. Als Baby wurde er von seinem alkoholkranken Vater aus dem ersten Stock eines Wohnhauses geworfen. Seit dem kann zwar stehen, aber kann keinen Schritt gehen. Er verpasste unseren Besuch, denn als wir ankamen war er auf seinem Zimmer – unvermögend heraus zu gehen. Als wir ankündigten bald zu gehen kam ein Junge angestürmt, wir müssten warten, er holt Petje. Erst als er nach einigen Momenten um die Ecke kam wussten wir wer Petje war: Der kleine ungefähr 8-jährige Junge hatte sich quer über die Schultern seinen Freund gelegt. Er war ein Kopf größer als er und somit auch deutlich schwerer. Aber ohne zu murren brachte er ihn zu uns mit den Worten „Das ist Petje, ich trage ihn seit fünf Jahren überall hin wo er möchte!“. Von den Erziehern erfuhren wir die Hintergründe der beiden Jungen. Seit dem ersten Moment im Heim waren die beiden Freunde. Eine Freundschaft, die unergründlich erscheint. Ein Junge der nicht laufen kann, wird getragen von seinem Freund. Tag ein Tag aus, seit Jahren. Wir hatten Süßigkeiten für die Kinder dabei, doch scheinbar bereits alle verteil als Petje von seinem Freund geschultert wurde. Wie durch ein Wunder hatte jedoch einer unserer Pfadfinderleiterinnen noch eine komplette Hand voll – Und Petje, der als letzter zu uns kam, nur durch Hilfe eines Freundes, bekam er eine komplette Ladung Süßigkeiten. Eine Geschichte, die wir nicht kommentieren müssen. Ein Held, der uns Erwachsenen Spurensucher die Sprache verschlagen hat. Nach einem emotionalen Abschied, bei dem es uns schwer fiel die Kinder aus dem Auto zu halten und selbst zu gehen, da uns die Kinder anbettelten noch zu bleiben fuhren wir mit gemischten Gefühlen zum Haus Nezabudka zurück. Unsere Gefühle schwankten zwischen Mitgefühl und Unfähigkeit die Situation der Kinder langfristig zu ändern. Als wir wieder in der Station ankamen, wurden wir von den Kindern, die früher Schulschluss hatten stürmisch begrüßt und umarmt. Da vor allem kleinere Kinder da waren, spielten wir Spiele, wie Fangen oder Huckepackrennen. Nachdem es langsam voller wurde, boten wir nach einem leckeren Mittagessen auch unsere Workshops an. Für heute war Kinderschminken und Luftballonfiguren machen, sowie Slackline laufen geplant. Obwohl es viele unterschiedliche Möglichkeiten für die Kinder gab sich zu Beschäftigen suchten sie immer wieder unsere Nähe und forderten uns zum Spielen auf. Da wir den ganzen Tag Sonnenschein hatten, konnten wir alle Aktivitäten draußen ausüben. Nach einem schönen, aber durch die viele Bewegung auch anstrengenden Tag, besuchte uns am Abend die Jugendgruppe, die von Mimi und Sascha geleitet wird. Zusammen verbrachten wir eine gute Zeit mit Musik, einer Andacht und Lagerfeuer. Obwohl es im Vorhinein sorgen über die Beschäftigung gab, hatte wir den ganzen Abend etwas zu tun und freuten uns, dass Jugendlichen so gut aufgenommen wurden. Da die meisten der Jugendlichen in die Schule gehen oder schon studiere, mussten wir den sehr schönen Abend schon um halb zehn beenden.

 

Hier noch ein paar weitere Fotos von heute:





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Geschrieben am 05 Apr 2017 von Administrator

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